Test LG G Watch – nichts für Fitness-Fanatiker

Test LG G Watch – nichts für Fitness-Fanatiker

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Seit Ende Juni 2014 ist sie auf dem Markt: die LG G Watch. Die mit dem auf Smartwatches und Wearables angepassten Android-Ableger Android Wear laufende Smartwatch ist damit die ersten Vertreterin ihrer Art. LGs erste Smartwatch wurde zwar zusammen mit dem LG G3 vorgestellt, arbeitet aber prinzipiell mit jedem aktuellen Android-Smartphone zusammen. Was die LG G Watch alles kann, lesen Sie im folgenden Test.

Testbericht

Das kubisch-quaderförmige Edelstahlgehäuse der LG G Watch erscheint mit seiner PVD-Kunststoffbeschichtung schlicht und unscheinbar. Das Gehäuse wirkt robust und widerstandsfähig. Mit 63 Gramm ist die LG G Watch kein Leichtgewicht, aber dank des weichen, wenngleich etwas billig wirkenden Silikonarmbandes auch nicht unangenehm zu tragen. Das Armband ist mit handelsüblichen Federstegen an der Uhr befestigt und somit leicht gegen jedes andere Armband mit 22 mm nomineller Breite austauschbar. Dabei sollte das „customized“ Armband aber keine Faltschließe besitzen, da ansonsten ein Laden auf der mitgelieferten Ladeschale nicht mehr möglich ist. Eine andere Möglichkeit des Ladens bietet die LG G leider nicht – auch das Micro-USB-Datenkabel bietet da keine Abhilfe.

LG G Watch (Bild: LG)

LG G Watch (Bild: LG)

Wasserscheu ist sie nicht

Die 4 GB interner Speicher der LG-Smartwatch sind nicht erweiterbar, sollten aber für den normalen Gebrauch (und gerechnet auf die mutmaßliche Tragedauer der Uhr von maximal zwei Jahren) ausreichen. Die LG G ist nach IP 67 staub- und wassergeschützt, wobei „wassergeschützt“ nicht mit „wasserdicht“ zu verwechseln ist und sich der Wasserschutz der LG G auf 1 m Tiefe und 30 Minuten Dauer beschränkt. Zum Tauchen ist die LG-Uhr also nicht geeignet, aber z.B. für das tägliche Duschbad muss sie auch nicht abgenommen werden.

Schnell, aber dunkel

Bedienungselemente fehlen bei der LG G völlig, sie wird komplett über den berührungsempfindlichen 1,65 Zoll (4,2 cm) großen Bildschirm gesteuert. Dies funktioniert aufgrund des schnellen 1,2-GHz-Prozessors und immerhin 512 MB Arbeitsspeicher auch problemlos. Der wie üblich fest eingebaute Akku der LG G Watch verfügt über ganze 400 mAh Kapazität und ist damit nominell nicht stärker als die Akkus in späteren und leistungsfähigeren Smartwatch-Vertretern wie z.B. der Apple Watch. Doch vermag er im Zusammenspiel mit dem IPS-Display der LG G scheinbar besonderes zu leisten: das 280 mal 280 Pixel große Display bleibt nämlich immer an und ist ohne weiteres Zutun des Benutzers stets ablesbar. Leider reicht dessen Helligkeit nicht unbedingt aus, um die Uhr auch bei direktem Sonnenlicht vernünftig ablesen zu können. Eine Helligkeitsregelung fehlt indes, die Anzeige der LG G wird nach einiger Zeit lediglich dunkler gedimmt. Drei Stunden Ladezeit bei völlig leerem Akku gehen angesichts der Tatsache, dass die Smartwatch bei normalem Gebrauch einen vollen Tag übersteht und demnach die überwiegende Anzahl der Benutzer ihre LG G Watch wohl über Nacht laden dürfte, in Ordnung. Die Uhr lässt sich auch softwaremäßig zum Stromsparen komplett ausschalten. Und genau hier lauert eine Falle: wird die Uhr nämlich über das Menü ausgeschaltet, lässt sie sich ohne die Ladeschale nicht wieder einschalten. Das ist nicht nur ärgerlich, wenn die Ladeschale gerade nicht zur Hand ist, sondern wäre auch vermeidbar.

Fitness nur am Rande

Die derzeit bei Wearables im Trend befindlichen Fitness-Funktionen werden bei der LG G Watch nur rudimentär unterstützt. Es gibt einen Schrittzähler und eine Stoppuhr. Auf weitere Gadgets wie Pulsmessung, Blutdruck usw. muss der engagierte Sportler bei der LG G jedenfalls derzeit leider noch verzichten. Daten kommen per Bluetooth 4.0 LE vom Smartphone auf die Smartwatch. Dabei arbeitet sie mit jedem Smartphone ab Android 4.3 zusammen. So lassen sich Erinnerungen und Termine per Spracheingabe erstellen, die Stoppuhr starten oder Notizen anfertigen. Auf ein Feedback per Sprachausgabe muss der Benutzer indes verzichten, dies unterstützt die LG G Watch nicht. Stattdessen werden die Bestätigungen auf dem Bildschirm der LG G Watch in Textform angezeigt.

Pro und Contra

+ schneller Prozessor
+ Staub- und wassergeschützte Ausführung
+ günstiges Preis-Leistungsverhältnis
+ Uhrzeit stets ablesbar

– schwaches Display
– Ladeschale unabdingbar zum Laden
– Armband
– wenige Fitness-Funktionen

Fazit

Die bei Markteinführung rund 200 EUR teure und derzeit schon für unter 100 EUR erhältliche LG G Watch kann zwar schon recht viel fürs Geld, doch besteht in einigen Funktion noch erhebliches Verbesserungspotential in Sachen Leistung und Funktionsumfang. So bietet die LG G beispielsweise bei den derzeit im Trend befindlichen Fitness-Funktionen lediglich einen Schrittzähler. Das ist für eine Smartwatch zu wenig. Für Nutzer, die hauptsächlich an Fitness-Funktionen interessiert sind, sind reine Fitness-Armbänder deshalb nach wie vor deutlich besser geeignet. Auch das Display bietet erheblichen Verbesserungsbedarf und reicht in Sachen Brillanz und Helligkeit bei weitem nicht an die (zugegebenermaßen) teureren Produkten der Wettbewerber heran.

Die LG G Watch ist online zu folgenden Konditionen erhältlich:

Preis: Kein Preis verfügbar
(82 Kundenrezensionen)
0 neu und 1 gebraucht ab EUR 69,99
 

 

Verfügbare Online-Testberichte

de01.07.2014 Curved
de01.07.2014 Areamobile
de03.07.2014 Computerbild
de07.07.2014 Caschys Blog
de20.07.2014 Techstage
de14.08.2014 inside-handy.de
de22.08.2014 Giga
de20.06.2015 51 Kundenrezensionen bei Amazon

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