Test Bose QuietComfort 20 Acoustic – wetterscheue In-Ears

Test Bose QuietComfort 20 Acoustic – wetterscheue In-Ears

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Bose ist für seine Technologie der aktiven Geräuschunterdrückung bekannt. Nun haben die Lautsprecher und Kopfhörer-Spezialisten diese Technik in einen In-Ear-Kopfhörer integriert. Wie gut das funktioniert, soll der folgende Test Research zeigen. Seit jeher machen sich Kopfhörer-Hersteller Gedanken darüber, wie man den Klang einer Schallquelle frei von Umgebungsgeräuschen ins Ohr des Hörers bringt. Der Name des heutigen Testobjektes ist lang: Bose QuietComfort 20 Acoustic Noise Cancelling headphones heißt das gute Stück von Bose mit vollem Namen. Der Name ist Programm: die Unterdrückung unerwünschter Nebengeräusche ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal der Bose QuietComfort 20 Acoustic Kopfhörer.

Testbericht

Schon die Ohreinsätze der Bose QuietComfort 20 Acoustic schirmen durch ihre spezielle Form bereits rein physisch einen Teil des Lärms ab. Das Prinzip der aktiven Geräuschunterdrückung fußt darauf, dass über ein eingebautes Mikrofon die Umgebungsgeräusche gemessen werden und der Anteil berechnet wird, der am Ohr des Hörers ohne die beabsichtigte Geräuschunterdrückung ankommen würde. Aus dem verbleibenden Anteil wird nun ein Anti-Schall mit ungekehrter Amplitude berechnet und in das Kopfhörer-System eingespeist, unerwünschter Schall wird also durch eine weitere eingespeiste Schallquelle eliminiert. Was zunächst paradox klingt, funktioniert in der Praxis verblüffend gut. Umgebungsgeräusche werden über einen breiten Frequenzbereich ausgefiltert, wobei dies der Brillanz des akustischen Abbildes keinerlei Abbruch tut, sondern eher förderlich ist.

Bose QuietComfort 20 Acoustic (Bild: Bose)

Bose QuietComfort 20 Acoustic (Bild: Bose)

Lieber mit Extras oder konventionell?

Etwas ungewöhnlich erscheint bei Kopfhörern die Angabe einer Akkulaufzeit. Für die aktive Geräuschunterdrückung ist aber der Einsatz einer externen Stromquelle notwendig, weil der Kopfhörer ja selbst zu einer Schallquelle wird. Bose hat diese Aufgabe mit einem „Steuermodul“ genannten 8,9 x 3,2 großen und ca. 1 cm hohen Kästchen am Kabel gelöst, in dem sich die Stromquelle in Form eines Lithium-Ionen-Akkus befindet. Der Hersteller verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden bei vollständiger Ladung. Der Maximalwert erscheint optimistisch, in der Praxis werden ca. 12 Stunden erreicht, was mehr als ausreichen dürfte. Die Ladezeit von zwei Stunden für eine volle Ladung wird dagegen eingehalten und eher noch unterboten. Aber auch mit leerem Akku ist von seiten der Bose QuietComfort 20 Acoustic nicht Feierabend: in diesem Fall sind lediglich Lärmreduzierung, Aware-Modus und Active EQ-Technologie nicht verfügbar, der Bose kann dann immer noch wie ein konventioneller Kopfhörer verwendet werden. Wenn man die aktive Geräuschunterdrückung als zusätzliches Feature betrachtet, stellt die Tatsache der begrenzten Einsatzdauer dieser Funktion keine Einschränkung für den Benutzer dar.

Spezialist an der kurzen Leine

Beim Auspacken fällt sofort auf, dass das Kabelende mit dem Klinkenstecker fürs Smartphone äußerst kurz ausgefallen ist, was logischerweise bedeutet, dass Smartphone und Steuermodul sich während des Kopfhörereinsatzes stets in unmittelbarer Nähe zueinander befinden müssen. Auch ist diese Tatsache ein klares Zeichen dafür, dass der Outdoor-Einsatz nicht gerade zum bevorzugten Einsatzgebiet der Bose QuietComfort 20 Acoustic zählt. Darauf deutet auch schon die explizite Bose-Hinweis auf nicht vorhandene Wetterfestigkeit der Kopfhörer hin, dass nämlich ein Einsatz bei Regen oder Schnee „nicht empfohlen“ wird. So ist der optimale Einsatzort der Bose QuietComfort 20 Acoustic wohl eher im Büro oder im Wohnzimmer.

Trotz Warnung: Augen auf im Straßenverkehr

Trotz aller bereits vorhandener High Tech geht Bose sogar noch einen Schritt weiter: über eine besondere Taste im Kabel kann der Benutzer den Bose QuietComfort 20 Acoustic in einen „Aware Modus“ bzw. „Aufmerksamkeitsmodus“ genannten Betriebszustand versetzen, der es ermöglicht, Umgebungsgeräusche, etwa Gesprächsinhalte wahrnehmen zu können, ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen. Bose wirbt zwar damit, dass der „Aware Modus“ auch für die „Überquerung einer belebten Straße“ nützlich sei, doch wird unsererseits von der Nutzung einer aktiven Geräuschunterdrückung im Straßenverkehr aus Sicherheitsgründen deutlich abgeraten.

Der Bose QuietComfort 20 Acoustic ist in zwei Versionen erhältlich: einmal in der Variante für den Betrieb mit ausgewählten Apple-Geräten wie iPod, iPhone und iPad. Zum anderen gibt es ihn in der Variante für den Betrieb mit Samsung und Android-Geräten. Als weitere Auswahlmöglichkeit gibt es Gehäuse und Kabel in schwarz und –auch in der Version für Android– in Apple-typischem Weiß. Alle Versionen des Bose QuietComfort 20 Acoustic beinhalten die übliche Kabelsteuerung per Tastenwippen mit den Bedienelementen für Titelsprung vor und zurück, lauter und leiser und –hier bosespeziell– den „Aware Modus“. Alle Versionen kosten gleich viel.

Pro und Contra

+ sehr gute aktive Geräuschunterdrückung
+ sehr gute Verarbeitung
+ satter, bassbetonter Klang

– nicht wetterfest
– hoher Preis
– klobiges Steuermodul
– sehr kurzes Anschlusskabel zum Smartphone

Fazit

Die Bose QuietComfort 20 Acoustic Kopfhörer macht seine zentrale Aufgabe des Hörgenusses mit aktiver Geräuschunterdrückung sehr gut. Etwas nervig erscheint hingegen das sehr kurze Verbindungskabel vom Steuermodul zum Kopfhörerstecker, welches stets eine unmittelbare Nähe zwischen Steuermodul und Smartphone benötigt. Der Preis von 299,95 EUR erscheint sehr hoch, doch mag dies manchem der besondere Hörgenuss wert sein.

Der Bose QuietComfort 20 Acoustic ist online für iOS und Android zu folgenden Konditionen erhältlich:

Preis: EUR 199,95
(525 Kundenrezensionen)
1 neu ab EUR 199,95 und 0 gebraucht
 

 

Verfügbare Online-Testberichte

Flagge EN01.11.2013 Crutchfield
Flagge EN17.10.2013 Techtree
de16.07.2015 280 Kundenrezensionen bei Amazon

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