Test Apple Watch – Apples Erstlingswerk in Sachen Wearables

Test Apple Watch – Apples Erstlingswerk in Sachen Wearables

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Apple ist als innovatives Unternehmen bekannt und erfolgreich wie nie zuvor. Lange hat es ja gedauert, bis die Apple-Uhr endlich im Handel erhältlich war, doch jetzt gibt es Sie in verschiedenen Varianten und mit Preisspannen von 399 bis 18.000 Euro. Was der kalifornische Hersteller alles an Ideen in sein neuestes Produkt Apple Watch gepackt hat und wie gut es im Alltag funktioniert, ist im nachfolgenden Test Research nachzulesen.

Testbericht

In drei Produktlinien wird Apples neues Gadget fürs Handgelenk angeboten: „Watch“, „Watch Sport“ und „Watch Edition“. Preislich ist von der Ausführung mit Aluminiumgehäuse „Watch Sport“, ausgestattet mit einem Kautschuk-Armband ab 399 EUR über die Edelstahlvariante „Watch“ aus 316L Edelstahl ab 699 EUR bis hin zu 18.000,00 EUR für die 42-mm-Gehäusevariante aus 18-Karat-Gelb- oder Roségold mit Lederarmband und vergoldeter Schließe alles drin.  Auffällig ist, dass die Varianten mit Edelstahlgehäuse anfällig gegenüber Kratzern sind. Zwei Gehäusegrößen in 42 mm und 38 mm (für zartere Handgelenke) und runden das Angebot ab. Insgesamt ergeben sich aus den zwei Gehäusegrößen und drei Gehäusematerialien 38 Varianten, dabei ist der Preis für die Apple Watch in den Gehäuseausführungen aus Aluminium und Edelstahl der gleiche.

Apple Watch (Bild: Apple)

Apple Watch (Bild: Apple)

Teurer wird’s in der vergoldeten Ausführung „Edition“: dort kostet die 42-mm-Ausgabe nochmals bis zu 2.000 EUR mehr als die kleinere Version. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn auch in der 18-Karat-Version, also der teuersten Variante, besteht das Gehäuse der Apple Watch zum größten Teil aus einem keramischen Metallmatrix-Verbundwerkstoff, der für die Kratzfestigkeit des Gehäuses sorgt. Der Goldanteil beträgt rund 28 Prozent. Wem das noch nicht Luxus genug ist, der kann sich von einem Drittanbieter das Modell „Lux Watch Omni“ bestellen, bei dem Gehäuse sowie Armband zusätzlich mit 12,5 ct Diamanten besetzt sind. Die gute Nachricht: die Uhr selbst ist im Preis von 114.995,00 US-Dollar schon enthalten.

Ist der Saft weg, ist die Luft raus

Der größte Schwachpunkt der Apple Watch ist die bescheidene Akkulaufzeit. Apple verspricht bis zu 18 Stunden Betriebsdauer zwischen zwei Aufladevorgängen – spätestens dann muss der Handgelenkschmeichler an die USB-Steckdose. Im Praxistest konnte der von Apple genannte Wert bei Standardnutzung erreicht werden, wobei sich die Akkulaufzeit bei Intensivnutzung mehr als halbiert. Das Aufladen geschieht induktiv über ein Spezialkabel mit MagSafe-Magnethalterung, wobei in der teuersten Variante „Edition“ die Uhr auch direkt in der mit Leder bezogenen Aufbewahrungsbox mit Lightning-Anschluss aufgeladen werden kann. Die Ladezeit wird zwischen 1,5 und 2,5 Stunden angegeben, wobei dies aber wohl eher zwischen 2,5 und 3 Stunden für eine Komplettladung benötigt. Das geht in Ordnung. Immerhin verspricht Apple für seine Smartwatch bis zu 72 Stunden Gangreserve. Der Gangreserve-Modus bedeutet aber auch, dass der praktische Helfer nur noch 4 mal pro Stunde genutzt werden kann und die Nutzung der High-Tech-Smartwatch auf die Anzeige der Uhrzeit beschränkt ist. In Sachen Akkuleistung sollte also dringend nachgebessert werden. Und eines sollte nicht unerwähnt bleiben: ein mit der Apple Watch gekoppeltes iPhone verliert merklich an Akkuleistung, pro 30 Minuten etwa 5 %. Und das ohne aktive Nutzung.

Bekanntes Bedienkonzept, neu definiert

Die seitlich im oberen Bereich des Gehäuses befindliche Krone ist das zentrale Bedienelement der Apple Watch. Der kalifornische Hersteller hat mit der Beibehaltung der Krone einfach das Bedienkonzept konventioneller Uhren für seine Smartwatch übernommen – der Fachmann spricht von Skeuomorphismus. Was so schwer auszusprechen ist, funktioniert erstaunlich gut: Durch Drehen der Krone wird die gewünschte App zentral vergrößert dargestellt, das Display bleibt so stets frei sichtbar abzulesen. Allerdings kommt das Bedienkonzept nicht überall gleicht gut an, teilweise ist es für den Nutzer nicht so einfach zu verstehen, wann denn nun nach oben oder seitwärts gewischt oder die Krone gedrückt werden muss. Intuitiv ist anders.

Weniger ist (manchmal) mehr

Apple-typisch haben sich die Entwickler bei der Konzeption der Apple Watch auf ein Minimum von Schnittstellen im herkömmlichen Sinn beschränkt. Das ist aber kein Nachteil – im Gegenteil: bei der Bedienung mit den Fingern ist Apple den entscheidenden Schritt weitergegangen und stellt mit der Force Touch-Technologie ein Display vor, welches leichtes Tippen und stärkeres Drücken unterscheiden kann und somit verschiedenen Funktionen zuordnet. Ein GPS-Modul fehlt. Um den Funktionsumfang der Apple Watch voll ausnutzen zu können, ist somit bei Anwendungen wie Navigationsaufgaben der zusätzliche Besitz (und das Mitführen!) eines iPhone zwingend erforderlich.

Apples „Retina“ ist ein Genuss

Das Display der Apple Watch ist  in Schärfe und Brillanz über jeden Zweifel erhaben. Apple hat mit der Retina-Technologie einen echten Trumpf gelandet und beherrscht die Technik perfekt. Auch im grellen Sonnenlicht ist das Ablesen sämtlicher Informationen kein Problem. Hier ist Apple den Wettbewerbern einen kleinen Schritt voraus. Ein Bedienelement zum Einschalten des Displays gibt es nicht: es aktiviert sich über den eingebauten Lagesensor automatisch, sobald der Benutzer den Arm hebt. Das ist intuitiv und funktioniert zuverlässig.

Pro und Contra

+ Extrem wertiges Design in perfekter Verarbeitung
+ Innovative Krone
+ ausgezeichnetes Display

– komplexe Bedienung
– ohne gekoppeltes iPhone kaum hilfreich
– Gehäuse der Edelstahlvariante kratzempfindlich
– sehr kurze Akkulaufzeit

Fazit

Die Apple Watch besticht durch makellose Verarbeitung und das Apple-typische Design. Das Bedienkonzept ist zwar durchdacht – insbesondere die Krone überzeugt – allerdings empfinden nicht alle Nutzer die Bedienung intuitiv. Die Integration zum iPhone ist gelungen, allerdings muss man sich jenseits der üblichen Benachrichtigungen auf Wartezeiten einstellen, was schnell nervt. Zu beanstanden ist die geringe Akkuleistung, die den dauerhaften Gebrauch im Alltag stark einschränkt. Das können andere besser. Aber Apples Erstlingswerk in Sachen Wearables ist im Gegensatz zu manch anderem Produkt eben auch ein heißgeliebtes Schmuckstück und manchem Apple-Begeisterten aufgrund seiner technischen Alleinstellung seinen hohen Preis wert.

Die Apple Watch ist online in verschiedenen Varianten zu folgenden Konditionen erhältlich:

Preis: Kein Preis verfügbar
(30 Kundenrezensionen)
0 neu und 2 gebraucht ab EUR 239,00
 

 

Verfügbare Online-Testberichte

de08.04.2015 Spiegel Online
de09.04.2015 Cnet
de30.04.2015 MacLife
de06.05.2015 Curved
de20.05.2015 Computerbild
de25.05.2015 Areamobile
de01.06.2015 1 Kundenrezension bei Amazon

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