Test Apple iPad Pro – Sehr hohe Leistung für sehr hohen Preis

Test Apple iPad Pro – Sehr hohe Leistung für sehr hohen Preis

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Das iPad Pro wird von Apple selber als dünn, leicht und gleichzeitig gigantisch angepriesen. Das Konzept eines großen Tablets, welches auch mit einem Stift bedient oder durch eine Smartcover-Tastatur ergänzt werden kann, ist allerdings nicht neu und erinnert stark an die Surface-Pro-Serie von Microsoft. Daher stellt sich die Frage, ob Apple die Konkurrenz übertreffen und mit dem iPad Pro einen vollwertigen Ersatz zu einem traditionellen Laptop anbieten kann.

Testbericht Apple iPad Pro

Das iPad Pro besitzt einen Aluminium-Unibody, der perfekt verarbeitet wurde und keinen Anlass zur Kritik bietet. Trotz der Größe von 12,9 Zoll ist es mit unter sieben Millimetern erstaunlich dünn, und auch das Gewicht von 713 Gramm ist bezogen auf die Größe ein guter Wert. Es ist zudem verwindungssteif und wird in drei unterschiedlichen Farben angeboten.

Apple iPad Pro (Bild: Apple)

iPad Pro (Bild: Apple)

Das 12,9 Zoll große IPS-Display des iPad Pro löst mit 2.732 x 2.048 Pixeln auf und besitzt sowohl eine fettabweisende als auch eine Antireflex-Beschichtung. Die Beschichtung kann Spiegelungen im Freien aber genauso wenig verhindern, wie das bei den anderen iPad-Varianten der Fall war. Die Farbwiedergabe ist dagegen sehr gut. Das Gerät besitzt eine hohe Helligkeit und auch der Kontrast kann mit guten Werten überzeugen.

Leistungsstark, aber iOS-System

Das iPad Pro ist das leistungsstärkste Tablet von Apple und soll auch viele aktuelle Notebooks in den Schatten stellen. Es besitzt dafür eine A9X-Dual-Core-CPU, 4 GB Arbeitsspeicher und einen potenten Grafikchip, der nicht weiter beschrieben wird. Werden nur Vergleiche mit anderen Tablets mit ARM-Technik angestellt, kann das iPad Pro so gut wie jeden davon gewinnen, womit es das aktuell stärkste Modell auf diesem Gebiet sein dürfte. Beim Leistungsvergleich mit Geräten auf x86-Basis, wie zum Beispiel dem Surface Pro 4, muss es sich in den meisten Vergleichen aber geschlagen geben.

Trotz der hohen Leistung und der Ausrichtung auf professionelle Anwender wird aber nicht auf das Betriebssystem der MacBooks, sondern auf das mobile iOS 9 zurückgegriffen. Anwender sind daher davon abhängig, dass bekannte Desktop-Programme auch in einer App-Version erscheinen, um diese auf dem iPad Pro nutzen zu können. Dies ist ein großer Nachteil gegenüber dem Surface Pro 4, welches auf ein vollwertiges Windows-System setzt.

Lange Akkulaufzeit und gute Kameras

Der Hersteller selber gibt eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden beim Surfen im Web oder bei der Videowiedergabe an. In den meisten Tests konnte dieser Wert aber sogar übertroffen werden, bei mittlerer Helligkeit waren auch elf bis zwölf Stunden möglich.

Verbaut wurden in dem iPad Pro auf der Rückseite eine Acht-Megapixel-Kamera und eine Frontkamera mit 1,2 Megapixel. Dies ist die gleiche Ausstattung wie beim iPad Air 2, wodurch identisch gute Ergebnisse erreicht werden können. Die Qualität aktueller Handykameras erreichen die Exemplare allerdings nicht.

Sehr teures Zubehör

Angeboten wird das iPad Pro mit 32 oder 128 GB Speicherplatz, wobei für den größeren Speicher stolze 180 Euro Aufpreis verlangt werden. Ein Celluar-Modell ist nur bei dieser größeren Variante verfügbar und kostet zusätzliche 150 Euro Aufpreis. Der Speicher ist nicht durch externe Karten aufrüstbar. Als sichtbare Anschlüsse sind nur die Lightning- Buchse, der Kopfhöreranschluss und der Smart-Connecter für die optionale Tastatur vorhanden. Intern stehen ein aktuelles WLAN-Modul, Bluetooth 4.2, Touch-ID, ein 3-Achsen-Gyrosensor, ein Beschleunigungssensor, ein Barometer und ein Umgebungslichtsensor zur Verfügung.

Um das iPad Pro als wirklichen Ersatz für einen Laptop nutzen zu können, muss ein Smart Keyboard für zusätzliche 179 Euro erworben werden, welches aktuell nur mit einem englischen Tastatur-Layout verfügbar ist. Es bietet nur eine Einstelloption an und besteht aus einem vollwertigen Keyboard ohne Touchpad. Der Druckpunkt ist angenehm und es lässt sich bequemer tippen, als auf der virtuellen Tastatur; an die Tastaturen der MacBooks reicht es aber nicht heran. Für die Bedienung auf dem Schoß ist die Lösung zudem kaum geeignet, da sie dort nicht sicher steht.

Für eine Stiftbedienung ist der Apple Pencil notwendig, der mit weiteren 109 Euro zu Buche schlägt. Bei einer Vollausstattung kostet das iPad Pro daher über 1.500 Euro.

Pro und Contra

+ Ansprechendes Design, sehr gute Verarbeitung
+ Hochauflösendes IPS-Display
+ Sehr hohe Performance
+ Lange Akkuleistung

– Gesamtpaket mit Smart Keyboard und Stift sehr teuer
– Setzt auf das mobile iOS 9
– Kein Speicherkartenplatz

Fazit

Das iPad Pro besitzt ein sehr gutes Display, eine sehr hohe Performance und eine lange Akkulaufzeit. Auf den ersten Blick bleiben daher keine Wünsche offen, wenn davon abgesehen wird, dass der Speicher nicht mit eigenen Karten erweiterbar ist. Der hohe Preis dürfte auf viele Anwender dagegen abschreckend wirken, da mit Stift und Smart Keyboard schnell 1.500 Euro zusammenkommen. Verschmerzbar wäre dies, wenn das iPad Pro einen Laptop ersetzen könnte, was mit dem Einsatz des mobilen iOS 9 aber fragwürdig ist, da viele wichtige Anwendungen noch nicht als App verfügbar sind. Das Smart Keyboard ist zudem nur auf einer starren Unterlage sinnvoll einsetzbar. Es bleibt damit nur für Anwender interessant, die ein Tablet mit einer maximalen Performance wünschen und keinen Laptop-Ersatz suchen.

Das iPad Pro ist online zu folgenden Konditionen erhältlich:

Preis: EUR 749,95
(6 Kundenrezensionen)
18 neu ab EUR 719,80 und 12 gebraucht ab EUR 554,00
 

 

Verfügbare Online-Testberichte

de13.11.2015 Golem
de19.11.2015 Computerbase
de20.11.2015 Curved
de20.11.2015 Areamobile
de03.12.2015 Netzwelt
de03.12.2015 ZDNet
de06.12.2015 Macerkopf
de11.12.2015 Giga
de17.12.2015 PC Games
de18.12.2015 NotebookCheck
de29.02.2016 4 Kundenrezensionen bei Amazon

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Bewertungskriterien
Optik und Verarbeitung - 100 %
Kommunikation - 90 %
Bildqualität - 100 %
Akkulaufzeit - 100 %
Software - 75 %
Performance - 95 %
Ausstattung - 80 %
Preis-Leistungs-Verhältnis - 50 %
Till Hinken
Autor (till@techreserach.de) Wer einen Fehler gemacht hat und nicht korrigiert, begeht einen zweiten. (Konfuzius)

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